Alternative Liebe

Alternative Liebe Bild Liebe: Die hat in den Augen der meisten immer nur mit Zweisamkeit zu tun. Zwei Menschen (ganz gleich, welchen Geschlechts), die sich lieben, sich treu sind, sich gegenseitig respektieren und auch im körperlichen Sinne nur einander lieben. Zugegeben, das ist die Majorität. Aber es wäre falsch und unfair, dies als die einzige Liebesform zu bezeichnen. Denn es gibt auch alternative Liebesformen. Auch diese Spielarten sin ebenso echte, unverfälschte Liebe wie eine monogame Beziehung, nur eben anders – und in jedem Fall verdienen sie auch Respekt. Doch welche Alternativen Liebesformen gibt es denn so? Einige Beispiele, um dir dieses breite Spektrum näherzubringen, haben wir an dieser Stelle zusammengetragen.

Inhaltsverzeichnis

01. Polyamorie
02. Cucking
03. Objektophilität
04. Eigenliebe
05. Absichtlich unerfüllte Liebe
06. Fazit

01. Polyamorie

Diese Liebesform kommt häufig vor. Aber es ist vor allem unserem Gesellschaftsverhältnis anzulasten, dass diese Form der Liebe (noch) keine breitere Akzeptanz erfahren hat. Denn Polyamorie ist das, was früher böswillig mit „Vielweiberei“ betitelt wurde – und somit weder Akzeptanz verströmte, noch wirklich richtig war.
Polyamorie bedeutet, dass ein Mensch mehrere Menschen liebt – und diese ihn auch zurücklieben. Nein, das hat nichts mit irgendwelchen Partnertausch-Geschichten zu tun, da diese meist nur auf einer sexuellen Ebene ablaufen. Polyamorie ist einfach "Liebesbeziehung hoch X". Dabei gibt es zwei Variationen, wenn man es so nennen möchte:

  • Es gibt zwar viele Partner, aber nur einen Primär-Partner
  • Es gibt mehrere Partner und alle sind gleichberechtigt
Letzteres stellt damit eine vollwertige Beziehung unter mehreren Menschen dar. Und obschon sich dabei der Staat nicht einmischt, ist es zumindest hierzulande nicht möglich, gleichzeitig mit mehreren Menschen verheiratet zu sein.
Wenn Du noch mehr über diese Liebesform erfahren möchtest, haben wir hier einen eigenen Ratgeber über Polyamorie erstellt.

02. Cucking

Sicher hast du schon mal vom Begriff der offenen Beziehung gehört. Einer oder gar beide Partner sind zwar fest zusammen, oft auch verheiratet und lieben und vertrauen sich bedingungslos. Allerdings trennen sie die Liebe vom Sex ab – der kann, muss aber nicht mit dem festen Liebespartner erfolgen. Auch das ist eine seit langem praktizierte, aber längst noch nicht gesellschaftlich anerkannte Form der Beziehung, auch wenn es etwas besser wird.

Cucking hingegen ist eine Spielart der offenen Beziehung, die aber ein Stück weiter geht und gewisse Elemente von BDSM beinhaltet.

Worum es geht? Einer der Partner geht außerhalb der festen Beziehung mit dem Willen des anderen eine weitere Beziehung ein. Meist ist die nur sexuell, manchmal sind auch Gefühle im Spiel – dann wird die Abgrenzung zur Polyamorie etwas schwierig.

Mal angenommen, ein Mann würde sich mit Erlaubnis seiner Partnerin im Internet ein schnelles Abenteuer suchen. Dann wurde sie zur „Cuckquean“ (andersherum wäre er der Cuckold). Je nach Präferenz kann der zurückgelassene Partner als Außenstehender dem Sex beiwohnen (aber nicht mitmachen) oder erst danach davon erfahren. In jedem Fall erfährt er jedoch sexuelle Erregung dadurch, dass sein Partner seine Lust mit Dritten auslebt.

Das hat immens viel mit Vertrauen und Liebe zu tun. Denn manchmal steckt dahinter auch der Wunsch, dem Partner sexuelle Befriedigung zu ermöglichen, die er innerhalb der Beziehung nicht bekommt – etwa, weil er eine Praktik nicht mitmachen möchte.

03. Objektophilität

Bis hierhin waren wir uns einig, dass es mehr Liebe gibt als die zwischen zwei Menschen. Doch tatsächlich muss es nicht mal ein Mensch sein.

Denn das ist Objektophilität: Jemand liebt einen Gegenstand. Und zwar ganz genau so stark, heiß und innig, als würde er einen Menschen lieben.

Das ist eine Liebesform, die schon seit langer Zeit existiert, aber erst in jüngerer Zeit Aufmerksamkeit erfuhr – leider häufig durch Boulevard-Medien, die das Thema mehr als „Freak-Show“ behandelten. Selbst die Wissenschaft tut es nicht als Liebe ab, sondern nur als sexuelle Spielart, als Fetisch um genau zu sein.

Fragt man allerdings mal die, die Objekte lieben, sieht man schnell, dass da wesentlich mehr dahintersteckt als „Lol, der geilt sich an einem Spielzeugauto auf“.

Denn für die hat der Gegenstand, den sie lieben, eine eigene Identität, eine Persönlichkeit – auch wenn man das als Außenstehender vielleicht nicht erkennen mag, aber es ist für diese Menschen durchaus real.

Ein einfaches Beispiel: Ein Objketophiler liebt eine E-Gitarre. Wegen ihres ganz speziellen Klangs, ihrer Lackierung, ihrer Formgebung. Und das kann absolut – und auch völlig ohne sexuelle Hintergedanken – richtige, tiefe Liebe sein.

04. Eigenliebe

Die meisten Menschen dürften sich selbst mehr oder weniger gerne haben. Aber diese Zuneigung kann auch in Liebe umschlagen – und auch so weit gehen, dass man sich selbst so stark liebt wie einen Partner.

Nein, das hat, auch wenn man es vermuten könnte, nichts mit einem zu großen Ego oder Narzissmus zu tun. Das sind Menschen, die sich selbst über andere stellen.

Eigenliebende hingegen lieben eben sich selbst, keinen Partner, ohne dass sie deshalb auf andere Menschen herabblicken würden.

05. Absichtlich unerfüllte Liebe

Vielleicht hast du es schon mal selbst erfahren: Du liebst jemanden, der aber liebt dich nicht zurück. Eine für die meisten Menschen ziemlich schmerzhafte Vorstellung, die man gerne beendet und vergisst.

Dann aber gibt es Menschen, die lieben jemanden, gerade weil er sie nicht zurückliebt. Das ist etwas schwierig zu erklären, vielleicht auch zu verstehen. Stell es dir folgendermaßen vor:

Du liebst jemanden, wegen einer Reihe von Eigenschaften. Etwa sein Lächeln, sein Charakter usw. Und dabei neigt man dazu, diesen jemanden automatisch auf ein „Podest“ zu erheben. Bei Menschen, die absichtlich unerfüllt lieben, ist das ähnlich.

Bloß ist da das Gegenüber eigentlich gar nicht so, wie der Charakter, den man liebt. Man liebt ein Idealbild dieser Person, das es so in Wirklichkeit nicht gibt.

Stell dir vor, du liebst jemanden, weil er wirklich ein Herz für Tiere hat. Dann stellst du fest, dass das Gegenteil der Fall ist, deine Liebe erlischt. Bei diesem Personenkreis hingegen bleibt die Liebe bestehen. Sie ignorieren die reale Tatsache und lieben das Bild von dem Menschen, das sie von ihm in sich haben.

Da sie aber genau wissen, dass es nur ein Zerrbild ist, bleiben sie auch auf Distanz, die Liebe unerfüllt.

06. Fazit

Es gibt mehr Liebesformen zwischen Himmel und Erde, als deine Schulweisheit dich träumen lässt – so gilt es in Abwandlung dieses bekannten Sprichworts. Und immer sollte gelten, Liebe ist Liebe – egal wie sie sich ausprägt. Solange alle Beteiligten damit glücklich sind, ist der Rest völlig egal.

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